ambrosia Fachtag zu Elektrosicherheit 2017

Bad Oeynhausen, 28.11.2017 Wer Verantwortung für die Sicherheit von Mensch, Umwelt und Maschine bei dem Betrieb elektrischer Anlagen trägt, verdient höchsten Respekt: Enorm sind die komplexen und detaillierten Anforderungen, die an ihn gestellt werden. Unübersichtlich, vielfältig und in steter Veränderung sind die Gesetze, Vorgaben und Regelwerke, die er zu beachten hat. Und groß ist das Gefahrenpotenzial, wenn ihm Fehler unterlaufen. Groß war daher das Interesse am ambrosia Fachtag zu Elektrosicherheit 2017. Denn die über 40 Teilnehmer wussten sehr wohl: Die Sicherheit beim Betrieb elektrischer Anlagen ist ein maßgeblicher Bestandteil eines jeden Risikomanagements. Doch wer sich hier nicht stets auf dem Laufenden hält, der läuft schon bald Gefahr, seine Pflichten zu verletzen. Und wer hier nicht den Nutzen modernster Geräte und IT etwa bei der Umsetzung von Prüfkonzepten kennt, dem entgehen beste Möglichkeiten, sich und seinen Betrieb effizient und sicherer zu organisieren.

Das richtungsweisende Thema Elektromobilität war die Kür beim Fachtag Elektrosicherheit 2017 am Stammsitz der ambrosia in Bad Oeynhausen: Markus Nolte von der MENNEKES Elektrotechnik GmbH berichtete in einem Impulsvortrag über die Anforderungen und schon heute bestehenden Möglichkeiten bei der Stromversorgung von Elektrofahrzeugen aus der Sicht von Schnittstellen zu Gebäuden und an Stromtankstellen. Deutlich wurde aber: Ja, die Industrie will und kann, doch der Staat ist noch gefragt, wo es etwa um Förderung zur Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur geht – denn es fehle die Versorgung in den Straßen und deren Anschluss an den Häusern, um Elektromobile dort überhaupt sach- und fachgerecht laden zu können. Es sei naiv zu meinen, das ginge mit der gängigen Steckdose in der Garage mal eben über Nacht.

Die Pflichten standen hingegen bei den Themen zum sicheren Betrieb elektrischer Anlagen auf der Tagesordnung: „Es gilt, sich zunächst das exakte Rollenverständnis zwischen Anlagenbetreiber, Anlagenverantwortlichen und Arbeitsverantwortlichen sowie das daraus möglicherweise resultierende Organisationsverschulden vor Augen zu führen“, so Stefan Euler, Geschäftsführer MEBEDO Consulting GmbH. Wer die Rollenverteilung bei der Verantwortung für den sicheren Betrieb von elektrischen Anlagen als Voraussetzung für eine koordinierte Zusammenarbeit von Mitarbeitern und externen Fachunternehmen sowie die mögliche Delegation von Unternehmerverantwortung und möglichen Pflichtenübertagungen nicht verinnerliche, dem drohe ein böses Erwachen. „Denn die oberste Verantwortung der Betreiberverantwortung liegt immer beim Vorstand bzw. beim Geschäftsführer.“ Das sollte daher Prio 1 im Risikomanagement eines jeden Unternehmers bzw. Verwaltungschefs haben, der ruhig schlafen wolle.

Dabei kommt es letztlich doch nur darauf an, sich immer wieder auf den aktuellen Stand der Regelwerke zu bringen, etwa so, wie von Mirko Engert, ebenfalls MEBEDO, ausgeführt. „Ganz gleich, ob bei der Erstprüfung, der wiederkehrenden Prüfung oder der Dokumentation: Entscheidend ist, hier in die relevanten Mitarbeiter, in deren stete Weiterbildung und die Ausstattung mit modernen Gerät zu investieren.“ Die Prüfung bzw. Inspektion, Wartung und Instandsetzung elektrischer Anlagen dürfe nicht länger nur als Kostenfaktor gesehen werden. Vielmehr gehe es um eine Wertsteigerung im Sinne der Sicherheit für Mensch, Umwelt und Maschine.

Unterstrichen wurde das von Helmut Muhm, Bender GmbH & Co. KG. Mit dem Investment in eine zustandsorientierte Instandhaltung würde ein vielfacher Nutzen erzielt, der auch kaufmännisch guten Sinn mache: „Die Erhöhung der Maschinenlaufzeit; eine Verringerung unnötiger Reparaturen; planbare Stillstandzeiten und die Reduzierung von Zeiten zur Fehlersuche führen im Ergebnis auch zu einer Sicherung des Fertigungsstandortes,“ so Helmut Muhm. Und so würde eben auch der Betriebssicherheit spürbar besser entsprochen.

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„Sicherheit beim Betrieb elektrischer Anlagen ist machbar“: Meik Ulrich, Mirko Engert, Thomas Schade (Leiter ambrosia academy), Markus Nolte, Stefan Ahrling, Stefan Euler, Lars Nowara, Helmut Muhm, Kevin Wollförster. Quelle: ambrosia

 

Dass die erforderlichen Gerätschaften zu Messung, Prüfung und Schutz in moderner Ausführung längst zur Verfügung stehen, zeigte die Ausstellung von Helmut Muhm, Stefan Ahrling, Doepke Schaltgeräte GmbH und Meik Ulrich, GMC –I Messtechik GmbH in Kombination mit ihren Ausführungen.

Lars Nowara, gelernter Meister im Elektrotechniker-Handwerk: „Ich befasse mich seit vielen Jahren mit der Elektroprüfung und seit fast zwei Jahren berate ich große und kleinen Kunden der ambrosia u. a. im Gesundheitswesen, Logistik und Produktion oder auch der öffentlichen Verwaltung: Zu Beginn der Zusammenarbeit stoße ich meistens auf große Zustimmung in den Fachabteilungen, aber häufig auf erheblichen Widerstand beim Einkauf – im Ergebnis jedoch stets auf eine echte Partnerschaft mit den Vorständen und Geschäftsführern, die sich in ihrer Verantwortung einfach sicherer fühlen. Das Entscheidende aus meiner Sicht aber ist: Die Fachabteilungen verdienen mehr Respekt und größerer Unterstützung!“

Fazit: Die „Lebensader“ jedes Unternehmens ist die „Elektrische Energie“

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